Da sich Verletzungen in meinem Leben wie ein roter
Faden durchziehen, habe ich sie zum Thema meiner Aufstellung gemacht. Um diese
wiederkehrenden Muster zu durchschauen und zu transformieren und meine Stärke
jederzeit zu leben.
Außerdem wollte ich auch alte Verletzungen nicht in eine neue Beziehung
hineinnehmen.
Die Systemaufstellung gestaltete sich für mich in 2 Teile:
Exploration durch den Aufstellungsleiter:
Traum:
In diesem Traum sehe ich mich in einem ausweglosen engen Felskessel als Opfer
auf einem Altar. Im nächsten Bild ist mein "Nixenschwanz" abgeschnitten
und liegt beim Gemüse. Ich empfinde Entsetzen, weil sie mir meinen Nixenschwanz
genommen haben. Mir wird also meine Freiheit, meine Beweglichkeit genommen.
In der Interpretation sehe ich die starren Felsen als meinen Vater und die
Mutter als Person, die das Opfer nicht verhindert.
Dazu möchte ich sagen, dass wir Vater und Mutter auch in uns tragen und es hier
auch zur Transformation kommt. In meiner Aufstellung konnte ich in mir eine
Wandlung erleben, was das Loslassen von Ängsten betrifft, die oft einer harten
Haltung zugrunde liegen ( Vater in mir ) oder auch in die Opferrolle führen,
die meist nicht nötig ist und durch aussprechen dessen, was "Sache"
ist verhindert werden kann im Spannungsfeld zw. Großzügigkeit und Bestimmtheit.
Realsituation:
Mein damaliger Freund geht mit meinem Hund "Gassi" und kommt Stunden
lang nicht zurück ( im Normalfall wäre er ca. eine halbe Stunde weg gewesen)
und ist tel. nicht erreichbar. Meine Zweifel ( wir
waren noch nicht lange zusammen) steigerten sich im laufe
der Stunden bis zur Aggression und es entstand eine echte Quälerei. Ohnmächtig,
in Sorge, hatte ich das Gefühl, die Situation nicht mehr unter Kontrolle zu
haben. Dabei hatte ich mich sehr gefreut, dass er sich um meinen Hund kümmert,
und dieses "Kümmern" auch ein grundlegender Wunsch von mir ist.
Alkoholisiert stand er schlussendlich vor mir und reagierte auf meine zornigen
Vorwürfe weinerlich, sodass ich schließlich sagte "Schwamm drüber".
Ich hörte jedoch später, über Umwege, dass er mich nicht ernst nehmen kann,
weil ich in dieser Situation nicht hart genug mit ihm zu Gericht gegangen bin.
Eine toughe Powerfrau hätte ihm das Fell über die
Ohren gezogen, sagte er.
Sehr bewusst wurde mir, dass, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, es
durchaus ein Zeichen von Stärke ist, zu verzeihen und großherzig zu sein. Nur
hat er damit nicht umgehen können. Sein Verhalten war egoistisch und
"schleimig", weil er sich durch sein Selbstmitleid aus der
Verantwortung für sein Verhalten genommen hat. Dadurch habe ich über meine
Empfindungen kaum etwas vermitteln können sondern habe aus Rücksicht auf seine
Probleme mit seinem Leben geschwiegen. An mir wäre es jedenfalls gewesen, meine
eigene Verletztheit mehr zu zeigen und ihn zur
Wiedergutmachung aufzufordern. So ist das "Schwamm drüber" etwas zu
früh gekommen - im Sorgen um mich selbst, sollte ich hier mehr in den Dialog
gehen, um Projektionen zu verhindern und Klarheit und ein respektvolles
Miteinander zu schaffen.
Aufstellung angeleitet durch den Aufstellungsleiter:
Wir haben Einzelaspekte aufgestellt, die folgende Affirmationen im Zuge der
Aufstellung für mich hervorhoben:
Wunsch:
" Wünsch werden wahr. Du schaffst es."
Aggression:
" Ein heiliger Zorn ist gelegentlich gut."
Dieser Aspekt hat sich im Licht des Regenbogens nochmals transfomiert,
dahingehend, dass die Aggression nicht mehr so oft nötig ist. Man kann ruhig
auch mal "5 gerade sein lassen", bei wichtigen Dingen oder gerade bei
schmerzenden Verletzungen, aber bestimmt reagieren, den Schmerz zeigen und auch
ein "wieder gut machen" fordern um sich selbst und dem anderen
Respekt zu geben.
Kontrolle:
" Sei mutig, die Kontrolle bleibt bei Dir."
Hier ist die Angst vor Kontrollverlust auch etwas, das im Rahmen der
Aufstellung im eigenen Inneren transformiert wird, durch das Loslassen der
Ängste, ein Prozess der in Gang gesetzt wird und sofort spürbar ist. Anstattdessen tritt ein neues Selbstverständnis,
Gelassenheit und Selbstvetrauen bzw. ein Vertrauen
"nicht allein zu sein".
Schwamm:
"Annehmen der Aggression bereitet Freude und Lebendigkeit, weil man die
Quälerei vergibt."
Schlechtes Reden über andere:
"Geh in Deine Ehrlichkeit. Du weißt was Du kannst. Vertrau Dir
selbst."
Ergänzung: Mit einem liebevollen Herzen und Respekt, kann man viel ansprechen.
Opfer:
"Bleibe verletzlich - so bleibt man lebendig - es gibt neue Möglichkeiten
- der Blick weitet sich"
Ehrlichkeit:
"Ich bin bei Dir."
Projektor:
"Projektionen zurücknehmen!"
Ego-Schleimi:
" Es gibt auch schlechte Männer.
Genau hinschauen, hinterfragen! So wird die Verletzlichkeit geschützt."
Der Mann, der sich wandeln kann:
"Dinge und Wünsche aussprechen,
zukommen lassen. Wünsche und die Freude daran."
Dialog:
" Sprich aus, was längst auszusprechen ist - Dialog halten. Das
Zurückhalten der Worte tut weh. Es wird leichter, wenn man es ausspricht.
Augenmerk auf die Projektionen. Es kommt auf das Licht, die Beleuchtung an. In
die Kraft gehen! Mit Humor kann man es leichter aussprechen."
Ich habe in dieser Aufstellung zu einer neuen
Beweglichkeit gefunden, wo ich Raum für mich spüre, ohne diesen mit Härte
verteidigen zu müssen oder mir ohnmächtig nehmen lassen muß.
Neue Wege sind möglich.
Auch bei der Partnerwahl haben neue Kriterien an Wichtigkeit gewonnen und der
Fokus hat sich geändert, sodass mehr Harmonie möglich ist.
Ich lasse alte Muster los und finde lebendigere Möglichkeiten mein Leben zu gestalten und Freude, Leichtigkeit und psychische Freiheit zu leben. Ich schätze es, mir meiner eigenen Kraft und meines Wertes wieder mehr bewusst zu sein.
Danke für diese neue Perspektive!
H. F.
Aufstellungsanleitung
Univ.-Lekt. Mag. Dr. K. Leibetseder
Mobil: +43(0)699-10373604